Trauern auf Beerdigungen? Nur noch mit Test, Impfung oder Genesenennachweis — Hilferuf eines Bestatters

Fr 18. Jun. 2021 | Politik und Medien

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Quelle: reitschuster.de

Von Eka­te­ri­na Quehl

Dass manche Coro­na-Regeln stark die Men­schen­würde angreifen, ist nicht zu überse­hen. Kinder müssen oft unter unerträglichen Bedin­gun­gen ler­nen, pflegebedürftige Men­schen in Altenheimen dür­fen teil­weise keine nor­malen Besuche von ihren Näch­sten bekom­men, Men­schen mit Masken-Befreiungsat­test wer­den gemobbt und belei­digt. Seit kurzem kön­nen zudem in den Genuss von vie­len per­sön­lichen Frei­heit­en, etwa einem Kino- oder Friseurbe­such, nur bes­timmte Per­so­n­en­grup­pen kom­men: Men­schen, die getestet, geimpft oder gene­sen sind. Und den­noch denkt man, manche Lebensereignisse gebi­eten so viel Pietät, dass sie außer­halb jeglich­er Ein­schränkun­gen liegen müssen, um diese Pietät nicht zu ver­let­zen. Zu diesen Lebensereignis­sen gehören auch Tod und Abschied von einem lieben Men­schen. Doch selb­st hier scheint die Gren­ze der Men­schen­würde in Deutsch­land 2021 über­schrit­ten zu sein. Der Berlin­er Sen­at hat am 4.6.2021 mit sofor­tiger Wirkung beschlossen, dass zu Trauer­feiern bzw. Bestat­tun­gen nur noch Hin­terbliebene zuge­lassen wer­den, die in Bezug auf Coro­na getestet, geimpft oder gene­sen sind. Nach den Infor­ma­tio­nen eines Bestat­ters, die reitschuster.de vor­liegen, müssen die Kon­trolle der Ein­hal­tung dieser Regel die Bestat­ter selb­st durch­führen. Sie gelte berlin­weit und werde bere­its durch die Fried­hofsver­wal­tung Trep­tow-Köpenick direkt umge­set­zt. Die Bezirke seien aber befugt, die Regelung noch nachzuschär­fen. So ist die Ver­wal­tung des Zen­tral­fried­hofs Trep­tow-Köpenick noch weit­er gegan­gen: Sie erlaubt den Zutritt für Hin­terbliebene zum Fried­hof nur noch mit Test, Impf­nach­weis oder einem Nach­weis als Gene­sen­er. Wenn also eine ältere Dame das Grab ihres Mannes besuchen möchte, muss sie nach­weisen, dass sie getestet, geimpft oder gene­sen ist. Auf die Frage, ob die gesam­melten Dat­en an die zuständi­gen Behör­den über­mit­telt wer­den sollen, kon­nte der Bestat­ter gar nicht antworten. Es heißt, man solle zunächst sam­meln. Bis vor kurzem wur­den Mitar­beit­er ohne­hin verpflichtet, per­sön­liche Dat­en der Hin­terbliebe­nen zu doku­men­tieren. Allerd­ings wur­den diese Dat­en von nie­man­dem ange­fordert und es geschah auch nichts mit den Dat­en. Zum Nachver­fol­gen möglich­er Infek­tions­ket­ten habe die Daten­er­fas­sung auch nichts gebracht, weil es offen­sichtlich niemals eine Infek­tions­kette gegeben habe. (Weit­er­lesen)

 

 

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