Til will nicht schweigen Die Kontaktschuld und welche Wellen sie schlägt

Do 17. Jun. 2021 | Politik und Medien

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Quelle: reitschuster.de

Ein Gast­beitrag von Clau­dio Casu­la — Es ist schon ein Kreuz mit Tilman Valentin „Til“ Schweiger: Der Mann ist ein­fach nicht zu fassen. Unberechen­bar. Leis­tet sich zu jedem The­ma eine eigene Mei­n­ung. Engagiert sich ein­er­seits gegen Kinder­ar­mut, set­zt sich mit der nach ihm benan­nten Foun­da­tion für die Verbesserung der Chan­cen benachteiligter Kinder und Jugendlich­er jeglich­er Herkun­ft und ihrer Teil­habe an Bil­dung und sozialer Inte­gra­tion eben­so ein wie für die Öff­nung der Ehe für gle­ichgeschlechtliche Paare, machte sich in der Flüchtlingskrise ab 2015 für die Auf­nahme der Zuwan­der­er stark und kündigte sog­ar an, ein Flüchtling­sheim zu bauen, das Vorzeigecharak­ter haben sollte, allerd­ings bis heute nicht real­isiert wurde. Ander­er­seits eck­te der Schaus­piel­er und Regis­seur („Keinohrhasen“, „Kokowääh“, „Honig im Kopf“) auch immer wieder mal an. Kri­tisierte etwa in ein­er Talk­show den zu milden Umgang mit Kin­der­mördern und ‑schän­dern („Deutsches Gut­men­schen­tum kotzt mich an“) und forderte eine Meldepflicht für Sex­u­al­straftäter. Außer­dem bekan­nte er sich zum Bun­deswehrein­satz in Afghanistan, was ihm einen Farbbeutelan­schlag auf seine Ham­burg­er Vil­la ein­brachte, began­gen von „Tatortverunreiniger_innen“, die sich in einem Beken­ner­schreiben stolz der Tat bezichtigten. Das vielle­icht Schlimm­ste für die Presse: Schweiger pflegt sie weiträu­mig zu umfahren, ins­beson­dere die High-Brow-Film­feuil­leton­is­ten und Cineas­t­en, die nur Filme goutieren, „die keine Sau ken­nt“ (Schweiger), und über seine seicht­en Werke, die gle­ich­wohl ein Mil­lio­nen­pub­likum find­en, nur die Nase rümpfen. Deshalb zeigt der Til schon seit Jahren seine Filme vor dem Kinos­tart nicht mehr in Pres­sevor­führun­gen, denn nichts trifft den Journo so hart, wie für über­flüs­sig gehal­ten und auch noch um Drinks und Häp­pchen gebracht zu wer­den. Spätestens seit­dem haben sie den unangepassten Typen im Visi­er. (Weit­er­lesen)

 

 

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