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Neu­er Bericht des Paul-Ehr­lich-Insti­tuts: 31.149 Fäl­le von Impf­ne­ben­wir­kun­gen — Irri­tie­ren­de Informationslücken

Do 15. Apr. 2021 | Politik und Medien

Quel­le: reit​schus​ter​.de

Ein Gast­bei­trag von Gre­gor Amelung

Am Frei­tag, den 9. April ist der nun­mehr 9. Sicher­heits­be­richt des Paul-Ehr­lich-Insti­tuts (PEI) zu den Coro­na-Imp­fun­gen ver­öf­fent­licht wor­den. Damit hat sich die Distanz zwi­schen den Daten im Bericht und dem Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum auf 7 Tage ver­kürzt. Zuvor waren es gan­ze 11 Tage gewe­sen, was den 8. Sicher­heits­be­richt nicht gera­de aktu­ell erschei­nen ließ.

Aber wäh­rend die Medi­en das RKI immer wie­der dazu ermah­nen, die Coro­na-Fall­zah­len mög­lichst aktu­ell anzu­ge­ben, inter­es­siert sich für die Nicht-Aktua­li­tät der PEI-Berich­te so gut wie nie­mand. Genau­so wenig muss das Insti­tut wohl fürch­ten, dafür medi­al kri­ti­siert zu wer­den, dass es ein­zel­ne Neben­wir­kun­gen nicht mehr sepa­rat aus­weist. So konn­te man in den Berich­ten bis zum 18. Febru­ar noch detail­liert lesen, wie vie­le Fäl­le von Gesichts­läh­mun­gen (Fazia­lispa­re­se) im Zusam­men­hang mit den ein­zel­nen Impf­stof­fen auf­ge­tre­ten waren. Im nächs­ten Sicher­heits­be­richt vom 4. März ver­schwand die­se Auf­schlüs­se­lung nach Her­stel­lern und im dar­auf­fol­gen­den Bericht ver­schwand dann der Punkt Gesichts­läh­mun­gen ganz.

Gro­ße Infor­ma­ti­ons­lü­cken bei den Kerndaten

Der 9. Sicher­heits­be­richt umfasst alle Mel­dun­gen vom Beginn der Impf­kam­pa­gne Ende Dezem­ber 2020 bis zum Kar­frei­tag den 2. April 2021. Hier die Kerndaten:

Es ist unver­ständ­lich, dass aus­ge­rech­net bei den Todes­fäl­len in fast 15 Pro­zent der Fäl­le (14,7 Pro­zent) die Her­stel­ler­an­ga­ben zum Impf­stoff feh­len. Ähn­lich sah es bereits in den bei­den Berich­ten zuvor aus. So fehl­te im 8. Sicher­heits­be­richt bei 16,2 Pro­zent der Toten die­se Infor­ma­ti­on. Im Bericht davor waren es 18,2 Pro­zent. Das irri­tiert vor allem des­we­gen, weil die­se Infor­ma­ti­ons­lü­cke bei der Gesamt­zahl der gemel­de­ten Neben­wir­kun­gen (1,4 Pro­zent) und den »schwer­wie­gen­den« (3,5 Pro­zent) deut­lich klei­ner ist.

407 Tote oder 436 Tote oder was-denn-jetzt?

Über­ra­schend ist auch der fol­gen­de Satz auf Sei­te 8. Dort heißt es: »In 1,4 Pro­zent der Ein­zel­fall­mel­dun­gen wur­de ein töd­li­cher Aus­gang berich­tet …« Das Por­tal Coro​na​-Blog​.net hat sich mit der Pro­zent­an­ga­be näher aus­ein­an­der­ge­setzt. Denn die Anzahl aller gemel­de­ten Neben­wir­kun­gen, also 31.149 mal 1,4 Pro­zent, ergibt eben nicht 407 wie in der Tabel­le oben, son­dern sat­te 436. Und selbst wenn man hier von einer gerun­de­ten Pro­zent­zahl aus­geht und die kleinst­mög­li­che wählt (1,35 Pro­zent) käme man immer noch auf 421 Tote.

»Ent­we­der die “Exper­ten“ beim PEI ver­schwei­gen etwas – oder sie kön­nen noch nicht ein­mal rich­tig run­den«, so der Coro­na-Blog sar­kas­tisch. Trotz­dem ist es wohl am wahr­schein­lichs­ten, dass man sich beim PEI ein­fach mal ver­tippt hat und eigent­lich Fol­gen­des hat­te schrei­ben wol­len: »In 1,3[06623005554] Pro­zent der Ein­zel­fall­mel­dun­gen wur­de ein töd­li­cher Aus­gang berichtet.«

Wie »sicher« sind die ein­zel­nen Impf­stof­fe denn nun wirklich?

Grund­sätz­lich kann man die COVID-19-Impf­stof­fe wohl durch­aus als ”ziem­lich sicher” oder ”ange­sichts der schnel­len Ent­wick­lung sicher” bezeich­nen. Nicht aber pau­schal als »sicher«, denn das ver­steht der medi­zi­ni­sche Laie so, als wäre ihre Sicher­heit ver­gleich­bar mit der jähr­li­chen Grip­pe-Schutz-Imp­fung oder einer Sprit­ze gegen Teta­nus. Und eben das sind sie nicht.

Denn über alle die­se Vak­zi­ne hat das Paul-Ehr­lich-Insti­tut eben­falls Buch geführt. Über 21 Jah­re lang vom 1. Janu­ar 2000 bis zum 31. Dezem­ber 2020. Ver­gleicht man nun die Anzahl aller beim PEI gemel­de­ten Ver­dachts­fäl­le auf Impf­ne­ben­wir­kun­gen (bei Erwach­se­nen ab 18 Jah­ren) mit den Mel­dun­gen zur Coro­na-Schutz­imp­fung, zeich­nen sich die Unter­schie­de in punc­to Sicher­heit deut­lich ab.


Und dabei waren bis zum Erfas­sungs­tag des PEI gera­de ein­mal 40 Pro­zent der Impf­do­sen gespritzt wor­den, die man in den Jah­ren 2000 bis 2020 jähr­lich ver­impft hatte.

Das Miss­ver­hält­nis zur Vor-Coro­na-Zeit zeigt sich auch in den Daten der EMA (Euro­pean Medi­ci­nes Agen­cy). Dort wur­den von April 2020 bis Dezem­ber 2020 im Monats­durch­schnitt rund 10.800 Mel­dun­gen zu »uner­wünsch­ten Neben­wir­kun­gen« bei Arz­nei­mit­teln regis­triert. Im Janu­ar 2021 schnell­te die Zahl dann plötz­lich nach oben auf über 27.000 und lag im Febru­ar und März bei über 52.000, was dem Fünf­fa­chen von zuvor entspricht.

Ver­ein­facht könn­te man auch sagen: Man kann sich mit Geld kei­ne Zeit kau­fen. Zeit, die bis­her immer benö­tigt wor­den war, um aus einem viel­ver­spre­chen­den Impf­stoff­kan­di­da­ten einen »siche­ren« Impf­stoff zu machen. Nicht umsonst haben die der­zei­ti­gen Coro­na-Impf­stof­fe von der EMA ledig­lich eine »beding­te« Zulas­sung erhal­ten. »Über Spät- und Lang­zeit­wir­kun­gen, zum Bei­spiel in Bezug auf Auto­im­mun­erkran­kun­gen oder Unfrucht­bar­keit, feh­len wegen der extrem über­eil­ten Zulas­sun­gen … ver­wert­ba­re Daten«, so Dr. Wolf­gang Wodarg. Trotz­dem wer­den die Coro­na-Impf­stof­fe land­auf, land­ab als ähn­lich »sicher« dar­ge­stellt wie die dem betrof­fe­nen Lai­en bis­her bekann­ten Vakzine.

Und genau in die­se Rich­tung arbei­tet man auch beim PEI. So gibt man pro­mi­nent auf Sei­te 1 an: »Die Mel­de­ra­te betrug für die drei Impf­stof­fe zusam­men 2,2 pro 1.000 Impf­do­sen, für Mel­dun­gen über schwer­wie­gen­de Reak­tio­nen 0,2 pro 1.000 Impf­do­sen …« Das ist inso­fern irre­füh­rend, als eine Coro­na-Schutz­imp­fung immer 2 Dosen beinhal­tet, und ist des­halb für den ein­zel­nen Impf­ling auch wenig aus­sa­ge­kräf­tig. Das PEI begrün­det sei­ne Aus­wei­sung der Neben­wir­kun­gen pro Impf­do­sen indi­rekt so: »Eine Dif­fe­ren­zie­rung der Ver­dachts­fall­mel­dun­gen in Bezug auf die Gabe der ers­ten oder zwei­ten Imp­fung ist nicht durch­gän­gig mög­lich, da in den Berich­ten teil­wei­se die Anga­be hier­zu fehlt.« Eine wei­te­re uner­freu­li­che Infor­ma­ti­ons­lü­cke. Zumal das PEI die Mel­de­for­mu­la­re selbst erstellt hat und in den ver­gan­ge­nen Mona­ten dar­auf hät­te hin­wir­ken kön­nen, dass die »Anga­ben« nicht mehr »feh­len«.

Fach­leu­te gehen davon aus, dass bei dem Vek­tor-Impf­stoff von Astra­Ze­ne­ca die Neben­wir­kun­gen zumeist bei der ers­ten Impf­do­sis ein­tre­ten und bei den ande­ren bei­den RNA-Impf­stof­fen bei der zwei­ten. Behilft man sich damit, kommt man für 1.000 geimpf­te Per­so­nen auf fol­gen­de Quo­ten (zum Ver­gleich in der letz­ten Zei­le die PEI-Quo­te pro 1.000 Impfdosen):

Astra­Ze­ne­ca als »schwar­zes Schaf« ver­deckt die Pro­ble­me der anderen

Das legt nahe, dass der Impf­stoff von Astra­Ze­ne­ca eben nicht das “schwar­ze Schaf“ ist, das man nach den Fäl­len von Sinus­ven­en­throm­bo­sen für die unter 60-Jäh­ri­gen aus­sor­tie­ren muss­te, son­dern dass auch Bio­N­Tech und Moder­na Pro­ble­me haben. Obwohl die media­le Bericht­erstat­tung fast den gegen­tei­li­gen Ein­druck erweckt. Mit dem einen “schwar­zen Schaf“ im Schein­wer­fer­licht erschei­nen Bio­N­Tech und Moder­na gera­de­zu weiß wie Schnee.

Aller­dings haben auch sie Pro­ble­me bei den »schwer­wie­gen­den« Neben­wir­kun­gen. Spe­zi­ell zu Bio­N­Tech merkt der Coro­na-Blog an, dass mit die­sem Vak­zin bis­her vor allem älte­re Men­schen geimpft wor­den sei­en. Deren Immun­sys­tem pro­du­ziert nor­ma­ler­wei­se eine schwä­che­re Immun­ant­wort als bei Jün­ge­ren. Und eben des­halb kann man anneh­men, dass die Rate der Neben­wir­kun­gen bei Bio­N­Tech in Zukunft noch stei­gen wird.

Legt man die Quo­ten auf die Geimpf­ten selbst um, kommt man zu fol­gen­dem Ergebnis:

Jeder 151., der mit Moder­na geimpft wur­de, klag­te über Nebenwirkungen.
Bei jedem 1.606. wur­den die­se Neben­wir­kun­gen als »schwer­wie­gend« klassifiziert.

Jeder 171., der mit Astra­Ze­ne­ca geimpft wur­de, klag­te über Nebenwirkungen.
Bei jedem 2.140. wur­den die­se Neben­wir­kun­gen als »schwer­wie­gend« klassifiziert.

Jeder 335., der mit Bio­N­Tech geimpf­te wur­de, klag­te über Nebenwirkungen.
Bei jedem 2.271. wur­den die­se Neben­wir­kun­gen als »schwer­wie­gend« klassifiziert.

Was ist eine »schwer­wie­gen­de« Nebenwirkung?

Und unter »schwer­wie­gend« ist hier nicht ein biss­chen Fie­ber, Kopf­weh oder Unwohl­sein zu ver­ste­hen, das auf die beab­sich­tig­te »Impf­re­ak­ti­on«, also Immun­re­ak­ti­on des Kör­pers schlie­ßen lässt.

Wann aus einer vom Lai­en ana­log zum Medi­ka­men­ten­bei­pack­zet­tel genann­ten “Neben­wir­kung“ ein offi­zi­el­ler »Ver­dachts­fall auf Neben­wir­kun­gen und Impf­kom­pli­ka­tio­nen« wird, beschreibt das PEI im Anhang sei­nes Berichts unter Metho­dik: »Ärz­tin­nen und Ärz­te sind gesetz­lich ver­pflich­tet, Impf­kom­pli­ka­tio­nen, d.h. gesund­heit­li­che Beschwer­den, die über das übli­che Aus­maß einer Impf­re­ak­ti­on hin­aus­ge­hen und nicht evi­dent auf ande­re Ursa­chen zurück­zu­füh­ren sind, nament­lich dem zustän­di­gen Gesund­heits­amt zu melden …«

Die Beto­nung liegt hier auf »nicht evi­dent auf ande­re Ursa­chen zurück­zu­füh­ren.« Des­halb ist es irre­füh­rend, wenn in vie­len Medi­en immer wie­der betont wird, dass bei den gemel­de­ten »Ver­dachts­fäl­len« nur ein zeit­li­cher, aber kein kau­sa­ler Zusam­men­hang bestün­de, er nicht belegt und /​oder nicht nach­ge­wie­sen sei. Man stol­pert näm­lich nicht ein­fach mal so in die PEI-Sta­tis­tik hin­ein, nur weil man sich nach dem Besuch im Impf­zen­trum und der anschlie­ßen­den Brat­wurst auf dem Park­platz irgend­wie mies gefühlt hat.

Und auch die »schwer­wie­gen­den« Neben­wir­kun­gen sind kei­ne Pea­nuts. Per Defi­ni­ti­on ver­steht man unter ihnen »sol­che, die töd­lich oder lebens­be­dro­hend sind, eine sta­tio­nä­re Behand­lung oder Ver­län­ge­rung einer sta­tio­nä­ren Behand­lung erfor­der­lich machen, zu blei­ben­der oder schwer­wie­gen­der Behin­de­rung oder Inva­li­di­tät füh­ren oder sich in einer ange­bo­re­nen Fehl­bil­dung … bzw. einem Geburts­feh­ler äußern.«

Halb­sei­ti­ge Läh­mung, Sprach­ver­lust, Ret­tungs­hub­schrau­ber, Not-OP

Ein plas­ti­sches Bei­spiel für eine »schwer­wie­gen­de Neben­wir­kung« ist das Schick­sal eines 54-Jäh­ri­gen aus dem thü­rin­gi­schen Saa­le-Holz­land-Kreis. Er wur­de am 10. März mit Astra­Ze­ne­ca geimpft. In den Wochen danach ver­schlech­ter­te sich sein Zustand: Halb­sei­ti­ge Läh­mung, Sprach­ver­lust, epi­lep­ti­sche Krampf­an­fäl­le. Dia­gno­se Sinus­ven­en­throm­bo­se. Flug mit dem Heli­ko­pter ins Uni­kli­ni­kum. Not-OP. Inzwi­schen schwebt der Fami­li­en­va­ter nicht mehr in Lebens­ge­fahr. »Bes­ten­falls blei­be es bei einer halb­sei­ti­gen Läh­mung und einem vor­läu­fi­gen Ver­lust der Spra­che«, so die Thü­rin­ger All­ge­mei­ne am 9. April.

Am sel­ben Tag erschien der hier bespro­che­ne 9. Sicher­heits­be­richt. Bei aller Kri­tik an sei­ner Seman­tik und den Infor­ma­ti­ons­lü­cken ist eines an den nun ver­öf­fent­lich­ten Zah­len neu. Sie haben sich inzwi­schen sta­bi­li­siert. Zuvor waren die Schwan­kun­gen viel zu groß, um dar­aus irgend­et­was für die Zukunft ablei­ten zu kön­nen. Hier die Ver­än­de­run­gen der Zah­len der Sicher­heits­be­rich­te 3 bis 9 und die der Impf­do­sen im sel­ben Zeitraum:

Quel­le: Paul-Ehr­lich-Insti­tut /​de​.sta​tis​ta​.com

Zum zwei­ten Mal in Fol­ge ver­läuft die Zunah­me der ver­impf­ten Dosen mit der Zunah­me aller Neben­wir­kun­gen ten­den­zi­ell par­al­lel. Und auch die Zahl der »schwer­wie­gen­den« Fäl­le scheint die­sem Trend zu fol­gen. Inso­fern kann man nach den extre­men Schwan­kun­gen zuvor von einer gewis­sen Belast­bar­keit der Zah­len aus­ge­hen. Und eben das lässt einen schüch­ter­nen Blick in die Glas­ku­gel zu.

Blick in den Sep­tem­ber 2021 …

Bis zum Sep­tem­ber hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn jedem Deut­schen (ab 16 bzw. 18 Jah­ren) ein »Impf­an­ge­bot« zuge­sagt, um so die Her­denim­mu­ni­tät zu erreichen.

Legt man dem nun die »Impf­be­reit­schaft« in der Bevöl­ke­rung zugrun­de, die laut ver­schie­de­ner Erhe­bun­gen und Umfra­gen seit Janu­ar in etwa sta­bil bei zwei Drit­teln liegt, gebe es unter den 69,49 Mil­lio­nen ”Impf­kan­di­da­ten” (Ein­woh­ner in Deutsch­land ab dem 17. Lebens­jahr Stand 31.12.2019) 46,32 Mil­lio­nen »Impf­wil­li­ge«. Wür­den sie alle Spahns »Impf­an­ge­bot« anneh­men, könn­te man mit fol­gen­den Zah­len bei den Neben­wir­kun­gen im Sep­tem­ber 2021 rechnen:


Aller­dings rei­chen 66 Pro­zent Impf­be­reit­schaft wohl nicht aus. Zwar hat­te man eine Zeit lang ange­nom­men, dass man den Her­den­ef­fekt beim Coro­na­vi­rus bereits zwi­schen 60 und 70 Pro­zent errei­chen wür­de. Momen­tan meh­ren sich aller­dings die Stim­men aus der Wis­sen­schaft, die davon spre­chen, dass wohl eher 80 bis 90 Pro­zent not­wen­dig seien.

Lie­ße sich der Durch­schnitt, also 85 Pro­zent der poten­ti­el­len Impf­kan­di­da­ten imp­fen, wären im Sep­tem­ber mit noch mehr Neben­wir­kun­gen zu rechnen:

Ange­sichts die­ser Zah­len, die natür­lich kei­ne exak­te Hoch­rech­nung sind, son­dern ledig­lich eine Annä­he­rung dar­stel­len, fragt man sich, wo medi­zi­ni­sche Grö­ßen wie Paul Ehr­lich oder Robert Koch heu­te ste­hen wür­den. Auf der Sei­te der Bun­des­kanz­le­rin, des RKI-Prä­si­den­ten und von Chris­ti­an Dros­ten, oder viel­leicht doch eher auf der Sei­te des »Rent­ners« Sucha­rit Bhak­di und des »Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kers» Wolf­gang Wodarg?

Nach einer sol­chen in den Raum gestell­ten Fra­ge for­mu­liert man als Autor übli­cher­wei­se dann noch ein kur­zes Abschluss­sätz­chen wie etwa »Es bleibt abzu­war­ten« oder »Es bleibt span­nend«. In die­sem Fall wünscht man sich aller­dings genau das Gegen­teil. Lang­wei­lig soll’s wer­den. Lang­wei­lig und nor­mal. Am bes­ten so banal nor­mal wie früher.

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