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Ex-post-Tria­ge: Karl Lau­ter­bach und der Tabu­bruch — Gesund­heits­mi­nis­ter will Abbruch bereits begon­ne­ner Behand­lun­gen ermöglichen

Di 10. Mai. 2022 | Politik und Medien

Quel­le: reit​schus​ter​.de

Von reit​schus​ter​.de — Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) hat den Gesetz­ge­ber im Dezem­ber 2021 dazu ver­pflich­tet, die bis dato bestehen­den Rege­lun­gen zur pan­de­mie­be­ding­ten Tria­ge in Kran­ken­häu­sern und ins­be­son­de­re auf Inten­siv­sta­tio­nen zu über­ar­bei­ten. Hin­ter­grund die­ses Beschlus­ses aus Karls­ru­he waren Kla­gen meh­re­rer Betrof­fe­ner, die im Fal­le einer not­wen­dig wer­den­den Tria­ge eine Benach­tei­li­gung auf­grund ihrer Behin­de­run­gen oder Vor­er­kran­kun­gen befürch­te­ten. Bis­her galt das Prin­zip der Ex-ante-Tria­ge, bei dem zwei Fach­ärz­te dar­über ent­schei­den müs­sen, wel­che Pati­en­ten behan­delt wer­den und wel­che nicht, wenn in einem Kran­ken­haus kei­ne aus­rei­chen­den Kapa­zi­tä­ten für alle neu ankom­men­den Pati­en­ten vor­han­den sind. Ein Geset­zes­ent­wurf des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums sieht jetzt zusätz­lich die Mög­lich­keit der Ex-post-Tria­ge vor, bei der eine bereits begon­ne­ne Behand­lung, zum Bei­spiel eine Beatmung, abge­bro­chen wer­den kann, wenn ein neu­er Pati­ent ein­ge­lie­fert wird, des­sen Über­le­bens­chan­cen von drei Fach­ärz­ten als bes­ser ein­ge­schätzt wer­den. Kri­ti­ker spre­chen von einem medi­zi­nethi­schen „Tabu­bruch“ und war­nen davor, dass die „Ex-post-Tria­ge“ juris­tisch als „Tot­schlag“ bewer­tet wer­den könn­te. (Wei­ter­le­sen)

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