Die Maske, der Maulkorb

Jun 8, 2020 | Politik und Medien

„I can’t breath“, rufen die Demon­stran­ten der neuen Empörungswelle, doch sie meinen nicht die Atem­be­hin­derung durch die Masken, die viele von ihnen frei­willig tra­gen. Während sie „Ras­sis­mus“ und Man­gel an Frei­heit bekla­gen, unter­w­er­fen sie sich zum Schein bedrück­enden Restrik­tio­nen. Spätere Gen­er­a­tio­nen wer­den sich über diese Fotos wun­dern: Bilder, auf denen Men­schen frei­willig atem­be­hin­dernde Masken tra­gen und sich gle­ichzeit­ig auf ihren Plakat­en beschw­eren, dass sie „nicht atmen“ kön­nen.

Ich weiß, dass ich mich aufs Glat­teis wage. Die Maske ist ein Sym­bol, ein Zeichen gesellschaftlichen Gehor­sams. Man zeigt, indem man sie trägt, seinen guten Willen im Umgang mit anderen, seine Regierungstreue und Rück­sicht, sein Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl. Die Maske soll nicht uns, ihre Träger schützen, son­dern die Anderen, die wir son­st durch Hus­ten, Niesen, Spe­icheln oder ähn­liche Sekretierun­gen mit dem Coro­na-Virus infizieren kön­nten. Wir erk­lären uns dadurch zu poten­tiellen Virus-Trägern, alle­samt. Wir erk­lären uns zu gefährlichen Men­schen, die gemaßregelt wer­den müssen. Was allen Sta­tis­tiken wider­spricht, nach denen in Wahrheit nur ein winziger Bruchteil der Bevölkerung mit dem Virus infiziert ist. (Weit­er­lesen)