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Coro­na ciao, Virus Ciao, Impf­pflicht ciao ciao ciao! Eine zeit­lo­se Hym­ne der Freiheit

Mo 30. Mai. 2022 | Politik und Medien

Quel­le: reit​schus​ter​.de

Ein Gast­bei­trag von Prof. Dr. Tho­mas Rie­ß­in­ger — Man kann nicht immer nur Daten ana­ly­sie­ren und über Kur­ven nach­den­ken, manch­mal braucht es auch Ent­span­nung. Was wäre dafür geeig­ne­ter als ein wenig Musik, viel­leicht auch etwas Lyrik, am bes­ten bei­des? Das lässt sich machen, wenn man die pas­sen­den Lie­der aus­wählt. „Bel­la ciao“ bei­spiels­wei­se, eines der berühm­tes­ten Frei­heits­lie­der der letz­ten Jah­re. Bekannt gewor­den ist es in unse­rer Zeit durch die Fern­seh­se­rie „La Casa de Papel“ – zu deutsch „Haus des Gel­des“ –, in der der Che­fräu­ber „El Pro­fe­sor“ zusam­men mit sei­nem Bru­der mit Deck­na­men „Ber­lin“ das Lied am Abend vor einem gro­ßen Über­fall anstimmt. Doch es war kei­ne Erfin­dung der Seri­en­au­toren, es hat eine mehr als ein­hun­dert­jäh­ri­ge Geschich­te. Schon eine 1906 doku­men­tier­te Fas­sung soll „die Züge eines Pro­test­lie­des gegen den Chef“ tra­gen, „der mit einem Stock in der Hand die Arbeit über­wacht, das Leben der Frau­en auf­zehrt und oben­drein wenig zahlt. Doch eines Tages … wer­den die Frau­en in Frei­heit arbei­ten“. Sehen wir ein­mal von der Bezah­lung ab, so erin­nert der ange­spro­che­ne Chef doch sehr an den größ­ten Gesund­heits­mi­nis­ter aller Zei­ten, der uns alle unter strik­tes­ten Restrik­tio­nen hal­ten will – mit Mas­ken, Lock­downs und Impf­plicht statt Stö­cken – und alles tut, damit weder die Frau­en noch die Män­ner in Frei­heit arbei­ten oder gar jen­seits der Arbeit leben kön­nen. Vor allem aber wur­de das Lied im zwei­ten Welt­krieg mit umge­schrie­be­nem Text „zur Hym­ne der ita­lie­ni­schen Par­ti­sa­nen im Kampf gegen Hit­ler und Mus­so­li­ni“ und besang „den Mut und Wider­stand der Frei­heits­kämp­fer“. Ob die­se Ent­ste­hungs­ge­schich­te völ­lig kor­rekt ist, mag umstrit­ten sein, spielt aber jen­seits der Musik­his­to­rie kei­ne gro­ße Rol­le: „Bel­la ciao“ ist und bleibt ein mit­rei­ßen­des Lied, in dem die Frei­heit und der Kampf um sie besun­gen wer­den. Da nun aber der ursprüng­li­che Text aus der Zeit der ita­lie­ni­schen Par­ti­sa­nen die Situa­ti­on unse­rer Zeit nicht mehr abde­cken kann, liegt nichts näher, als den Text der aktu­el­len Lage anzu­pas­sen, denn der Kampf für die Frei­heit war in Deutsch­land seit vie­len Jah­ren nicht mehr so wich­tig wie heu­te. Und so kann aus „Bel­la ciao“ schnell „Coro­na ciao“ wer­den, wie man im Fol­gen­den sieht.

Coro­na ciao

Wir gehn spazieren
und demons­trie­ren,
Coro­na ciao, Virus Ciao, Impf­pflicht ciao ciao ciao!
Wir gehn spazieren
und demons­trie­ren
für die Frei­heit und das Recht.

Ihr wollt uns plagen,
ihr wollt uns jagen,
Coro­na ciao, Virus Ciao, Impf­pflicht ciao ciao ciao!
Ihr wollt uns plagen,
ihr wollt uns jagen,
aber sie­gen könnt ihr nicht.

Ihr könnt nur lügen
und uns betrügen,
Coro­na ciao, Virus Ciao, Impf­pflicht ciao ciao ciao!
Ihr könnt nur lügen
und uns betrügen,
doch die Wahr­heit kommt ans Licht.

Das Land muss frei sein,
es muss vor­bei sein.
Coro­na ciao, Virus Ciao, Impf­pflicht ciao ciao ciao!
Das Land muss frei sein,
es muss vor­bei sein,
weil uns sonst das Land zerbricht.

Drum lasst uns aufstehn
und lasst uns rausgehn
Coro­na ciao, Virus Ciao, Impf­pflicht ciao ciao ciao!
Drum lasst uns aufstehn
und lasst uns rausgehn,
denn der Wider­stand ist Pflicht!

Die Melo­die ist ein­fach, und opti­sche Inspi­ra­ti­on fin­det man in zahl­rei­chen Vide­os. Wer Spa­zier­gän­ge, Demons­tra­tio­nen oder Kund­ge­bun­gen musi­ka­lisch unter­ma­len möch­te, kann sich ger­ne des alten Frei­heits­lie­des im neu­en Text­ge­wand bedienen.

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