Berlin-Demo: Wie es wirklich war und wie die Medien berichten — Eindrücke von dem verbotenen Protest in der Hauptstadt

Mo 2. Aug. 2021 | Politik und Medien

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Quelle: reitschuster.de

Ich traute meinen Augen nicht, als ich nach rund acht Stun­den, die ich in Berlin am Son­ntag auf Schritt und Tritt das Demon­stra­tions­geschehen ver­fol­gt habe, die Über­schrift bei „Focus Online“ las: „‚Quer­denker‘ greifen Berlin­er Polizei an – Beamte dro­hen mit Wasser­w­er­fern“. Beim Spiegel lautet die Über­schrift: „’Querdenker‘-Demos in Berlin: Über­ran­nte Absper­run­gen, Angriffe auf Polizis­ten“. Die Berlin­er Mor­gen­post titelt: „Demos in Berlin: Jour­nal­is­ten­vertreter bru­tal ange­grif­f­en“ Und: „Tausende Quer­denker irren durch Berlin“. Die taz schrieb von ein „paar Hun­dert“ Teil­nehmern – „Ver­schwörungsläu­bi­gen.“ Die Soester Zeitung schrieb: „Polizei set­zt gegen Quer­denker auf Wasser­w­er­fer und Räumpanz­er“. Per se beziehen sich diese Über­schriften zwar auf zutr­e­f­fende Sachver­halte. Ich wurde selb­st Zeuge, wie Demon­stran­ten Polizis­ten angrif­f­en – nach­dem diese zuvor mit großer Bru­tal­ität andere Demon­stran­ten zu Boden geris­sen hat­ten und es zu einem Handge­menge kam. Solche Gewalt ist durch nichts zu recht­fer­ti­gen. Sie war aber nicht beherrschend. Sie zur Über­schrift zu machen – und heute lesen sehr viele nur noch die Über­schrift – ist in meinen Augen frag­würdig. Ob das noch jour­nal­is­tis­che Schw­er­punk­t­set­zung oder schon Fram­ing ist, sei dahin gestellt. Zum Ver­gle­ich: Sehen Sie sich die Gewalt gegen die Polizei bei der „Black Lives Matter“-Demo ver­gan­ge­nes Jahr in Berlin an – über die auss­chließlich pos­i­tiv berichtet wurde, ohne Hin­weise auf die Gewalt, obwohl viel mehr Polizis­ten ver­let­zt wur­den. (Weit­er­lesen)

 

 

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