Nürnberger Kodex – ethische Regeln für Menschenversuche

Fr 19. Feb. 2021 | Angepinnt

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Quelle: gesetze-ganz-einfach.de

Vom 09.12.1946 bis zum 20.08.1947 fand in Nürn­berg der „Nürn­berg­er Ärzteprozess“ statt. Er war der erste Nach­fol­ge­prozess zu dem weitaus bekan­nteren Nürn­berg­er Haup­tkriegsver­brecher­prozess. Die Prozesse dien­ten nicht nur zur Aufk­lärung der NS-Kriegsver­brechen und Ver­brechen gegen die Men­schlichkeit. Sie beförderten auch die Weit­er­en­twick­lung des Völkerrechts.

Ziel des Prozess­es war gem. Kon­troll­rats­ge­setz Nr. 10, führende Vertreter der „staatlichen medi­zinis­chen Dien­ste“ des „Drit­ten Reich­es“ anzuk­la­gen, um sowohl das ver­brecherische Sys­tems als auch die Ver­brechen von Einzelper­so­n­en zu demonstrieren.

Beispiel­haft für diese Ver­brechen wur­den verfolgt:

  • unfrei­willige Men­schen­ver­suche (so testete beispiel­sweise Josef Men­gele die Schmerzempfind­lichkeit von Zwill­in­gen, indem er sie ohne Narkose operierte);
  • die Tötung von Häftlin­gen für die Anlage ein­er Skelettsammlung;
  • und die Kranken­morde der Aktion T4 (sys­tem­a­tis­che Ermor­dung von mehr als 70.000 Men­schen mit kör­per­lichen, geisti­gen und seel­is­chen Behin­derun­gen) sowie
  • die soge­nan­nten „Fleck­fieber-Impf­stof­fver­suche“.

Nürnberger Kodex

Quelle: wikipedia, Nürn­berg­er Ärzteprozess

Zu den Angeklagten gehörte unter anderem Ger­hard Rose, Stel­lvertre­tender Präsi­dent des Robert Koch-Insti­tutes für Tropen­medi­zin und dort Chef der Abteilung für tro­pis­che Medi­zin, Bera­ten­der Hygien­iker und Tropen­medi­zin­er beim Chef des San­itätswe­sens der Luft­waffe. Ursprünglich zu lebenslanger Haft wurde er 1955 vorzeit­ig aus der Haft ent­lassen. Die Bun­des­diszi­pli­narkam­mer sprach ihn frei. Er behielt seine Pen­sions­berech­ti­gung in voller Höhe.

Nürnberger Kodex zu medizinischen Versuchen an Menschen

Im Ergeb­nis des Nürn­berg­er Ärzteprozess­es wur­den im Nürn­berg­er Kodex 10 medi­zinethis­che Grund­sätze for­muliert, die Ein­gang in die weltweite Aus­bil­dung von Medi­zin­ern fand. Im ersten Grund­satz geht es um medi­zinis­che Ver­suche an Men­schen. Darin heißt es:

„Die frei­willige Zus­tim­mung der Ver­suchsper­son ist unbe­d­ingt erforder­lich. Das heißt, daß die betr­e­f­fende Per­son im juris­tis­chen Sinne fähig sein muß, ihre Ein­willi­gung zu geben; daß sie in der Lage sein muß, unbee­in­flußt durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgen­deine andere Form der Überre­dung oder des Zwanges, von ihrem Urteilsver­mö­gen Gebrauch zu machen; daß sie das betr­e­f­fende Gebi­et in seinen Einzel­heit­en hin­re­ichend ken­nen und ver­ste­hen muß, um eine ver­ständi­ge und informierte Entschei­dung tre­f­fen zu kön­nen. Diese let­zte Bedin­gung macht es notwendig, daß der Ver­suchsper­son vor der Ein­hol­ung ihrer Zus­tim­mung das Wesen, die Länge und der Zweck des Ver­such­es klargemacht wer­den; sowie die Meth­ode und die Mit­tel, welche angewen­det wer­den sollen, alle Unan­nehm­lichkeit­en und Gefahren, welche mit Fug zu erwarten sind, und die Fol­gen für ihre Gesund­heit oder ihre Per­son, welche sich aus der Teil­nahme ergeben mögen.“

In ein­er Son­der­sitzung der Stiftung Coro­na Auss­chuss über die Berlin­er Proteste und Coro­na-Imp­fun­gen bezog sich Robert Kennedy Jr. auf den Nürn­berg­er Kodex:

„Mein Inter­esse ist es, Imp­fun­gen zu stop­pen, die unzure­ichend getestet sind, oder die poten­tiell gefährlich­er sind als Covid…

Ich denke nicht, dass Regierun­gen das Recht haben soll­ten, Bürg­er ein­er unfrei­willi­gen medi­zinis­chen Behand­lung zu unterziehen.

Wir haben nach dem Zweit­en Weltkrieg einen Ver­trag unterze­ich­net, in dem wir alle übereinges­timmt haben und vere­in­bart haben, dass so etwas nie wieder geschehen würde, den Nürn­berg­er Kodex. Wofür ich beson­ders kämpfe ist, dass es für Imp­fun­gen Aufla­gen geben sollte, so dass Her­steller einen echt­en Anreiz für die Sicher­heit von Imp­fun­gen haben.“

(Tran­skript) und Video

„Schwerste Gesetzes- und Verfassungsverletzung in der Geschichte der Bundesrepublik“

Am 18.11.2020 hat der Bun­destag in der zweit­en Lesung mit den Stim­men der Regierungskoali­tion aus CDU/CSU und SPD sowie die Grü­nen für den Geset­zen­twurf ges­timmt. Die Linke, FDP und die AfD stimmten dage­gen. Im Ein­lver­fahren hat der Bun­desrat dem neuen Gesetz eben­falls zuges­timmt. Inzwis­chen hat Bun­de­spräsi­dent Frank-Wal­ter Stein­meier das neue Gesetz auch unterze­ich­net. Damit ist die neue Regelung nun recht­skräftig. (tagesschau.de, 18.11.2020)

(Weit­er­lesen)

 

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